Die Soay-Schafe von Birgit und Holger Linde aus Hamburg-Ochsenwerder | Tel. 040 - 73 67 41 92

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Juni 2015 - Ein Unglück kommt selten allein

Wir wussten ja, dass unsere drei ältesten Auen schon in die Jahre kommen: 2006 geboren, also 9 Jahre alt. Bei Mona erkannte ich es schon deutlich an der grauen Wolle, die sich jetzt löste. Und sie hatte in den letzten Wochen stark abgenommen, und um die Schlafstelle herum lagen ab und an ausgespuckte Grasklumpen (kaum noch Zähne zum guten Widerkauen).

Doch dann ging Ende Mai alles sehr schnell: Sie fraß am Nachmittag plötzlich nichts mehr und lag von einem Tag auf dem anderen morgens im Stall und stand nicht mehr auf und nahm weder Essen noch Trinken an. Uns blieb nur noch eins, wir mussten wieder den Tierarzt rufen. Er bestätigte unsere Vermutung und hat sie eingeschläfert. Wir waren sehr traurig und dann voller Sorge um ihre Zwillinge.

Doch der Tierarzt konnte uns beruhigen. Acht Wochen alte Lämmer kommen grundsätzlich schon ohne Muttermilch klar und können mit Lämmerkorn gut in ihrem Wachstum unterstützt werden. Das dürfen auch die anderen gerne mitfressen, meint er. Zwei Monate könnte man das gut zufüttern. Wir sind bei unseren Wildschafen etwas vorsichtiger mit der Dosis, aber schmecken tut es ihnen nach dem ersten vorsichtigen Testessen. Wir sind erleichtert!

Ob Schafe trauern? Die Zwillinge haben durchaus zwei Tage ab und an deutlich flehend nach ihrer Mutter gerufen, aber das ließ dann schnell nach und dann haben ihnen die Hitze und die ersten Stechmücken und Bremsen deutlich mehr Stress gemacht.

Die Wolle muss runter, mit allen Mitteln!

Das sieht bei Lea schon sehr gut aus!

Und heute, Mitte Juni, haben zumindestens die Auen alle weitgehend mit dem Wollwechsel abgeschlossen.

Bei Lilly - auch eine der Älteren - schaue ich jetzt ganz genau hin.

Mörtl lässt alles mal ganz entspannt angehen. Er genießt heute den etwas kühleren Tag.

Der Schock steckt uns zwar in den Knochen, aber ich kann nur immer wieder sagen, dass der Anblick der Herde und der tägliche Umgang mit ihnen über diese Erlebnisse gut hinwegtröstet. Zum Glück, denn sonst könnten wir das so nicht weitermachen.

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